Das ist ganz einfach: Der Saft "entsteht" durch Induktion, d.h. wenn man einen elektrischen Leiter einem sich verändernden Magnetfeld aussetzt, wird dadurch eine elektrische Spannung in dem Leiter induziert.
Spulen sind elektrische Leiter, und je mehr Wicklungen sie aufweisen, desto höher ist die Spannung, die durch eine bestimmte Feldstärkenänderung induziert wird. Für das sich laufend ändernde Magnetfeld sorgen beim Moped die Magneten an der Schwungscheibe.
Der Saft, den diese "Lichtmaschine" liefert, wird entweder in eine Batterie gespeist oder direkt weiterverwendet.
Eine Spule ist aber noch in zweiter Hinsicht wichtig für das Prinzip der Zündung: Sie baut, wenn sie stromduchflossen ist, nämlich auch selbst ein elektromagnetisches Feld auf. Dieses Feld hat eine gewisse Energie, und wenn man die Spule nun plötzlich vom Saft "abklemmt", induziert dieses Feld seine Energie wieder zurück in die Spule, während es sich abbaut. Das ist im Prinzip das, was eine Unterbrecherzündung macht.
Die Zündspule besteht nun aber aus zwei "gemeinsam gewickelten" Spulen, wobei eine ein Vielfaches der Wicklungen der anderen hat. Die Spule mit den wenigen Wicklungen (Primärwicklung) wird gespeist und dann unterbrochen, die zweite Spule (Sekundärwicklung) ist direkt mit der Zündkerze verbunden. Das elektromagnetische Feld induziert nach dem Unterbrechen nun zwar in beiden Wicklungen der Zündspule eine Spannung, allerdings in der Sekundärwicklung eine viel höhere, entsprechend dem Verhältnis der Wicklungen zueinander. Das führt zum Überspringen eines Funkens an der Zündkerze, sobald die Durchschlagspannung des Luftspaltes erreicht ist.
Das war's im Groben. Der Kondensator hat "nur" noch optimierende Eigenschaften, seine Funktion ist aber nicht ganz so trivial zu beschreiben, weil es da doch schon tiefer in die Wechselstrommaterie hinein geht:
Ein Kondensator ist elektrisch gesehen gewissermaßen das Gegenteil einer Spule ... die Spule hat in dem Moment, wo man eine Gleichspannung an sie anlegt, einen unendlichen elektrischen Widerstand (sie "isoliert"), der sich dann dem ohmschen Widerstand der Spule annähert, bis sich ein stabiles elektromagnetisches Feld gebildet hat. Der Kondensator hat (sofern nicht geladen) im ersten Moment gar keinen Widerstand, wird aber mit zunehmender Aufladung mehr und mehr zum Isolator.
Man kann also feststellen, dass beide Elemente, Spule wie Kondensator, sich "träge" gegenüber Spannungsänderungen verhalten und dass sie, in welcher Form auch immer, Energie speichern können.
Diese beiden elektrischen Bauteile kann man nun in Schaltungen so kombinieren, dass sie, sofern entsprechend aufeinander abgestimmt, bei Anlegen einer sich periodisch ändernden Spannung (vulgo Wechselspannung) insofern in "Schwingung" geraten können, als sie beginnen, die Energie sozusagen abwechselnd hin- und herzureichen ... voilà, ein Schwingkreis. Solche Schwingkreise kann man so bauen, dass sie auf einer bestimmten Frequenz resonant sind und das Signal dadurch verstärken, wie hier erwünscht (hohe Zündspannung), man kann aber auch "Sperrkreise" bauen, die eine bestimmte Frequenz stark unterdrücken, und sonst noch alles mögliche.
Hoffe, etwas Licht in die Sache gebracht zu haben.
LG, GT
Link:
Unterbrecherzündung bei Wikipedia